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Historie |
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Seite 1 von 13 Text des Mitgliederrundschreibens zum 100jährigen Bestehen. Am 25.09.1894 wurde die Vereinigung der Deutschen Medizinischen Fach- und Standespresse gegründet. In der 2. Hälfte des 19. Jh. begann die moderne naturwissenschaftliche Phase der Medizin. Physik, Chemie und Biologie befruchteten sie ungemein und führten zu einem neuen Selbstverständnis. Die ersten pathogenen Bakterien wurden entdeckt, die Hygiene begann ihren Siegeszug, und die Chirurgie übernahm mit der neuentwickelten "Asepsis" die Spitze des medizinischen Fortschritts. Gleichzeitig war die Spezialisierung in immer neue Fachgebiete infolge der ungeheuren Wissensexplosion nicht mehr aufzuhalten. Mit der rapiden Entwicklung der Medizin entstanden immer mehr Spezialverlage und Publikationen. Während die Zahl der deutschen medizinischen Fachzeitschriften 1890 noch etwa 150 betrug, waren es 1904 bereits ca. 204. Diese Flut der Publikationen wurde nicht nur begrüßt, sondern auch vehement kritisiert. Keinesfalls wurde darin nur der Maßstab für die Fruchtbarkeit der medizinischen Forschung gesehen, sondern die auch heute noch grassierenden Unsitten konstatiert: Aufblähung der Arbeiten, "Wattierung" der Literatur, Mehrfachpublikationen, Mehrfachreferierungen, Wunschpublikationen für Chefs, Redakteure und Inserenten. Die Unseriosität, ja "Schamlosigkeit" mancher Inserate, insbesondere von Kurpfuscheranzeigen, wurde schon frühzeitig kritisiert (z.B. H.-E. Richter, 1874). Hierbei dominierten bis zu den 90er Jahren des vorigen Jahrhunderts die Bäder- und Mineralwasseranzeigen bei weitem, erst dann mehrten sich die Pharmaanzeigen. "Ganze Nummern solcher Fachblätter kann man ruhig ungelesen zur Seite legen" urteilte 1904 der Berliner Pathologe Prof. Dr. Hans Kohn.
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